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Judentum

Allgemeines

Die jüdische Religion ist die älteste der fünf Weltreligionen. Zugleich ist sie unter diesen fünf jene mit der kleinsten Glaubensgemeinschaft mit rund 13,5 Millionen Gläubigen weltweit.

Die religiösen Überlieferungen des Judentums sind schriftlich in der Thora festgehalten und werden mündlich in den Lehren des Talmud (Mischna, Gemara) weitergegeben. In der Thora (hebräisch für Gesetz oder Weisung), den fünf Büchern Mose, ist der Bund beschrieben, den Gott mit den Menschen und speziell mit dem jüdischen Volk geschlossen hat. In diesen Schriften sind auch die 613 Gebote festgehalten, an die sich fromme Juden und Jüdinnen halten müssen.

Neben verschiedenen Nachahmungen des Judentums, die meist von katholischen oder evangelischen Protestanten initiiert wurden, gibt es nur ein wahres Judentum.

Bar-Mizwa und Bat-Mizwa

Mit der Bar-Mizwa bzw. der Bat-Mizwa werden jüdische Buben und Mädchen religiös mündig. Ab diesem Zeitpunkt – Buben mit dreizehn Jahren und Mädchen schon mit zwölf Jahren – sind sie für das Einhalten und Beachten der jüdischen Gebote (Mizwa) verantwortlich und dürfen religiöse Aufgaben wahrnehmen.

In liberalen Gemeinden wird die religiöse Mündigkeit von Jungen und Mädchen gleich behandelt. In Orthodoxen Gemeinden nehmen Mädchen und Frauen nicht aktiv am Synagogengottesdienst teil.

Am Sabbat (Samstag, jüdischer Feiertag/Ruhetag) nach ihrem dreizehnten bzw. zwölften Geburtstag werden die Jungen und Mädchen in einer würdevollen Zeremonie in den Bund Abrahams aufgenommen. Das Kind wird in der Synagoge nach vorne gerufen, um zum ersten Mal aus der Thora vorzulesen. Der Rabbiner zeigt mit dem silbernen Thorafinger auf einen Abschnitt der Thora. Dann berührt das Kind diese Stellen mit den Fransen seines Gebetsschals, küsst diesen und beginnt, mit klarer Stimme vor allen vorzulesen. Anschließend hält der Rabbiner eine Ansprache mit Segenswünschen für das Kind.

Nach dem Sabbat, wenn wieder Feuer und Musik gemacht werden dürfen, wird dann gefeiert. Bei einem Festessen mit Freunden und Verwandten spricht das Kind erstmals das Tischgebet. Außerdem gibt es Geschenke und es wird getanzt.

Namesgebung

Namensgebung bei Mädchen

Wenn ein Mädchen geboren wird, wird sein Name am 4. Sabbat (Samstag) nach dessen Geburt verkündet, wenn sein Vater zur Lesung aus der Thora aufgerufen wird.

Namensgebung Buben - Die Brit Mila (Beschneidung)

Mit der Beschneidung (Mila) gehen männliche Kinder den Bund (Berith, Bris, Brit) mit Gott ein, indem sie ein Stück von sich selbst hergeben. Zugleich wird im Zuge der Beschneidung auch der Name des Kinds bekannt gegeben.

Die Beschneidung findet, wie in der Bibel festgehalten, am achten Lebenstag statt. Durchgeführt wird dieses Ritual von einem ausgebildeten Fachmann (Mohel), meistens von einem Arzt. Der Gevatter (meist Großvater) hält den Jungen dabei auf seinem Schoß. Während der Beschneidung wird der Spruch „Er wachse heran zur Thora, zur Chuppa (Hochzeit)und zu guten Werken“ ausgesprochen und der Mohel verkündet danach zum ersten Mal laut den hebräischen Namen des Kindes. Beim anschließenden Festessen mit allen Freunden und Verwandten, die bei der Zeremonie anwesend waren, wird der Knabe beschenkt.

Im orthodoxen Judentum gibt es auch eine zweite symbolische Beschneidung, bei der mindestens ein Tropfen Blut sichtbar sein soll. Bei den liberalen bzw. progressiven Juden ist dies aber nicht der Fall.

Auslösung des Erstgeborenen

Wenn das erste Kind einer Familie männlich ist, muss es ab dem 31. Lebenstag ausgelöst werden.

Die Auslösung ist eine symbolische Opferhandlung, bei der man sich die Hände wäscht und ein Speiseopfer in Form von Brot und Salz darbringt. Danach legt der Vater das Kind vor den Kohen (Priester) und spricht die Worte: „Meine Frau gebar mir dieses männliche Kind.“ Der Kohen fragt den Vater daraufhin, ob er lieber das Kind haben möchte oder den Geldwert von mindestens 100 Gramm Silber, den er als Auslösung spenden soll. Der Vater erwidert, dass er lieber seinen Sohn haben möchte, und überreicht dem Kohen das Geld. Damit ist der Sohn ausgelöst. Abschließend segnet der Kohen das Kind und es gibt eine Festmahlzeit.

Die Pflicht der Auslösung besteht allerdings nur für die Israeliten, die nicht dem Stamm Levi angehören.